Typ 8: Führer, Boss, Beschützer

Menschen vom Typ 8 streben nach Eindeutigkeit. Sie können deshalb bedingungslos ihre Absichten verfolgen, die sie für die wahren und gerechten halten. Das verleiht ihnen einen robusten, kämpferisch-zielstrebigen und entschlossenen Charakter. Andererseits äußert sich ihr Wunsch nach Eindeutigkeit in einem Denken in Schwarz und Weiß; Menschen, mit denen sie in Beziehung stehen, werden somit schnell in Freund und Feind unterteilt. Die Ausdrucksweise von ACHTern ist direkt und neigt zum Deftigen bis hin zur gern genutzten fäkalen Sprache.

Aufgrund dieser Entschiedenheit befinden sich ACHTer in einem ständigen Kampf um ihre Position. Deshalb finden in ihren Augen auch zwei Typen von Menschen Gnade: die verfolgte Unschuld und der ebenbürtige Gegner. Für sie ist der Kampf mit einem ebenbürtigen Gegner eine Art Anerkennung. Ja, sie suchen darin sogar Nähe zu ihrem Gegenüber. Kompromisse zu machen, Entscheidungen zurückzunehmen und Fehler einzugestehen, ist ihre Sache nicht. Sind sie nicht in der Lage, in hierarchisch strukturierten Organisationen die Führungsposition einzunehmen, so neigen sie zur Rebellion. Hier können sie ihre Stärke im Kampf mit der etablierten Macht bewähren.

Die ACHTer antreibende Leidenschaft sieht das Enneagramm in der Schamlosigkeit, die Unkeuschheit in der Sicht der alten Sündenlehre. Dass darin keine Übertretung sexualmoralischer Vorschriften zu sehen ist, dürfte aus dem bisher Gesagten bereits ersichtlich sein. Gemeint ist vielmehr die aus unbedingtem Durchsetzungswillen und Entschiedenheit resultierende Rücksichtslosigkeit. Sie missachten die vom Gegenüber gezogenen Grenzen. Das ist die negative Seite der Medaille, auf deren anderen Seite der bewundernswürdige Einsatz für die eigene Sache steht.

Um alles, was ihr klar eingeteiltes Weltbild und ihre Entschiedenheit gefährdet, von sich abzuhalten, entwickeln ACHTer den Abwehrmechanismus der Verleugnung. Besonders bezogen auf die eigene Person schieben sie jeden Anflug von Schwäche oder Zweifel rigoros beiseite. So sehr sie sich für die verfolgte Unschuld mit aller Vehemenz einsetzen, verstehen sie es doch andererseits meisterlich, das verletzte Kind in sich zu verleugnen.

Von dem Zwang, in allen Lebensbereichen Stärke zeigen und der eigenen Position ihr Recht verschaffen zu müssen, können ACHTer nur befreit werden, wenn sie einen Zugang zu ihrer eigenen Schwäche finden. Das bedeutet, klein beigeben und auch einmal Kompromisse machen zu können. Leicht fällt dieser Weg den ACHTern nicht, weil ihnen alle Beschäftigung mit ihrem Innenleben als schwächliche Tatenlosigkeit gilt.

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